Pultdach
Was ist ein Pultdach?
Ein Pultdach ist ein geneigtes Dach mit nur einer Dachfläche. Seine Form erinnert an ein Schreibpult. Die hohe Wand bildet den First, die niedrigere Wand die Traufe, und zu beiden Seiten liegt je ein Ortgang. Pultdächer haben meist eine geringe Neigung.
Aufbau und Tragwerk
Üblich ist ein einseitig geneigtes Pfettendach. Diese Bauweise entspricht einem halben Satteldach. Bei einer Holzkonstruktion liegen die Sparren beziehungsweise Pfetten auf der hohen und auf der niedrigen Wand auf. Eine Fußschwelle und eine Firstschwelle bilden das untere und das obere Auflager.
Jedes zusätzliche Auflager verkürzt die Spannweite der einzelnen Felder. Es verringert zugleich den nötigen Sparrenquerschnitt. Wie stark Sparren und Pfetten sein müssen, hängt von der Dachneigung ab. Weitere Faktoren sind die überspannte Fläche sowie die Schnee- und Windlast am Standort. Bei größeren Dächern rechnet eine Statik die Konstruktion.
Dachneigung und Eindeckung
Die Mindestneigung hängt von der gewählten Eindeckung ab. Liegt ein Dach unter der Regeldachneigung der Eindeckung, braucht es zusätzliche Maßnahmen für die Regensicherheit. Der Eintrag zu Gefälle und Dachneigung erklärt dieses Thema genauer.
Für die Eindeckung eines Pultdachs kommen unter anderem diese Materialien in Frage:
- Trapezblech
- Dachpappe beziehungsweise Bitumenbahnen
- Dachbahnen aus EPDM oder Kunststoff
- Dachziegel oder Schindeln
Bei einer Eindeckung mit Trapezblech gibt der Hersteller des Profils die Mindestdachneigung vor. Bei Querstößen kann sie höher liegen. Dichten Sie bei geringer Neigung die Längs- und Querstöße zusätzlich mit Dichtband ab, nach Vorgabe des Herstellers. Holz-Blech führt Trapezblech-Dachpakete für Gartenhäuser.
Abschlüsse und Entwässerung
An der hohen Seite schließt ein Kantteil die Dachfläche ab. Bei einer Eindeckung aus Trapezblech heißt dieses Teil bei Holz-Blech Pultblech. An den beiden Seiten sitzt je ein Ortgangblech. An der Traufe sitzt die Regenrinne. Das Regenwasser läuft bei einem Pultdach nur zu einer Seite ab. Darum genügt eine einzige Regenrinne an der Traufe.
Vor- und Nachteile
Ein Pultdach ist leicht herzustellen. Zudem lässt es sich an ein bestehendes Gebäude anschließen. Darum ist das Pultdach bei Nebengebäuden verbreitet. Typische Beispiele sind Gartenhaus, Gerätehaus, Carport und Garage. Bei sehr flacher Neigung steigt der Aufwand für Reinigung und Wartung. Kontrollieren Sie die Regenrinne nach Sturm und Starkregen.





